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KI-Features oder Zuverlässigkeit: wofür Hausgeräte-Käufer bezahlen.

Neue Hausgeräte werben mit Intelligenz. Käuferinnen und Käufer nennen als Kaufgrund zuerst Langlebigkeit, Smart Features landen weit hinten. Was die Studien aus 2026 zeigen und wie Sie die Frage vor dem Tooling klären.

Daniel Putsche

Daniel Putsche

Gründer & CEO
·
October 13, 2026
·
6
Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • 46 % nennen langfristige Zuverlässigkeit als wichtigsten Kaufgrund bei Hausgeräten, 2 % Smart Features (Curion, n = 2.676).
  • Vernetzte Geräte haben mehr Probleme, und ein Problem senkt die Wiederkaufabsicht deutlich (J.D. Power).
  • Welche Option Käufer wählen, zeigt ein Test vor dem Tooling: mit Kontrolle ohne KI und konstantem Preis.

Im vergangenen Jahr haben die Flaggschiffe der Branche mit KI geführt. Samsung hat 2025 die Bespoke-AI-Reihe gestartet und auf der KBIS 2026 erweitert. KitchenAid zeigte einen Backofen mit Kamera, der Speisen erkennt und die Garzeit anpasst. Xiaomi verkauft eine Klimaanlage mit KI-Energiesparmodus.

Die Branche setzt auf KI, Käufer auf Zuverlässigkeit

In einer im Juni 2026 veröffentlichten Umfrage hat Curion 2.676 Konsumentinnen und Konsumenten nach dem wichtigsten Grund für den Kauf eines Hausgeräts gefragt. Langfristige Zuverlässigkeit lag mit 46 % vorn, Preis-Leistung mit 26 % dahinter, Markenvertrauen bei 8 %. Smart Features kamen auf 2 %, so viel wie Design.

Wichtigster Kaufgrund bei Hausgeräten: langfristige Zuverlässigkeit 46 %, Preis-Leistung 26 %, Markenvertrauen 8 %, Smart Features 2 %

Drei Befunde, die einen zweiten Blick lohnen

1. Zuverlässigkeit und Preis-Leistung entscheiden die meisten Käufe

Zusammen sind es 72 % der Erstnennungen. McKinsey sieht dieselbe Richtung bei weißer Ware: Haltbarkeit, Effizienz und Bezahlbarkeit zählen mehr als fortgeschrittene oder vernetzte Funktionen.

2. Vernetzung kann gegen Zuverlässigkeit arbeiten

J.D. Power zählt in den ersten Besitzjahren 63 Probleme je 100 nicht vernetzte Geräte und 87 je 100 vernetzte. Wer die vernetzten Funktionen nutzt, meldet 92. Nach einem Problem sinkt der Anteil, der sicher wieder dieselbe Marke kauft, von 52 % auf 32 %. Consumer Reports fand nur 3 von 21 Marken, die eine Dauer für Software-Updates ihrer smarten Geräte nennen.

3. Markentreue ist dünn, der nächste Kauf ist offen

Nur 11 % der Befragten sind ein oder zwei Marken treu. 35 % sind offen für einen Wechsel, wenn das Angebot besser ist. 7 % lassen sich nach eigener Aussage von der neuesten Innovation leiten. Laut McKinsey stieg der Anteil derer, die Geräte zehn Jahre oder länger nutzen, binnen eines Jahres von 35 % auf 39 %. Jede Kaufentscheidung wirkt also länger nach.

Das ist kein Argument gegen Innovation. NIQ nennt Energieeffizienz den wichtigsten Kaufgrund bei Großgeräten, und 74 % würden Geräte mit Gesundheitsfunktionen vorziehen. Ein Feature verdient seinen Platz, wenn es eine Aufgabe erfüllt, die Käufer erkennen.

Cover des Briefings What decides an appliance purchase

Briefing · 8 Seiten · PDF, Englisch

What decides an appliance purchase

Alle Studien, Zahlen und Quellen auf acht Seiten: Curion, J.D. Power, McKinsey, NIQ und Consumer Reports, dazu der regulatorische Zeitplan und drei Schritte für Feature-Entscheidungen vor dem Tooling.

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Warum das jetzt drängt

Haltbarkeit wird vergleichbar. Seit dem 8. April 2025 trägt jede in Frankreich verkaufte Waschmaschine einen Indice de durabilité, eine Note von eins bis zehn für Zuverlässigkeit und Reparierbarkeit. Die EU-Mitgliedstaaten wenden die Richtlinie zum Recht auf Reparatur seit dem 31. Juli 2026 an. Ersatzteile für Waschmaschinen müssen schon heute mindestens zehn Jahre verfügbar sein. Die EU arbeitet an Reparierbarkeitswerten für weitere Produktgruppen.

Bei 12 bis 24 Monaten Entwicklungszeit trifft ein Feature, das heute gewählt wird, auf einen Markt, in dem Haltbarkeit am Regal steht.

Wie Sie vor dem Tooling entscheiden

Umfragen wie die von Curion zeigen, was Käufer als Kaufgrund nennen. Sie sind der richtige Ausgangspunkt. Was sie nicht zeigen: welche von zwei konkreten Optionen Käufer wählen, wenn beide vor ihnen liegen. Das ist eine Frage des Testdesigns, und sie lässt sich klären, bevor es einen Prototyp gibt. Drei Prinzipien für den nächsten Hausgeräte-Test:

  • Eine Variante ohne KI-Feature behalten. Eine Kontrolle auf heutigem Standard zeigt, was das Feature beiträgt. Ohne sie messen Sie die Nachfrage nach der Kategorie.
  • Das Haltbarkeitsversprechen gegen das KI-Versprechen antreten lassen. Haltbarkeit so formulieren, wie ein Label es tun wird: eine Note, zehn Jahre Ersatzteile, eine belegte Lebensdauer. Dann gegen „kann mehr“ testen.
  • Den Preis über alle Varianten konstant halten. Dann gehört der Unterschied in der gemessenen Kaufabsicht dem Versprechen. Den Preis nur variieren, wenn die Zahlungsbereitschaft die Frage ist.

Beispiel: vier Technologien, Budget für eine

Video: Liebherr THE LAB! und Horizon
Liebherr

Vier Technologien für den Kühlschrank. Eine überzeugt im Kauf.

Liebherr THE LAB! hatte vier antibakterielle Funktionen in der Vorentwicklung und Budget für eine. Horizon hat gemessen, welche Funktion Menschen in den Warenkorb legen, bevor es einen Prototyp gab.

Video · Englisch mit Untertiteln

Quellen

Häufige Fragen

Sind KI-Features für Hausgeräte unnötig?

Nein. Features, die eine erkennbare Aufgabe erfüllen, etwa Energieeffizienz, tragen zum Kauf bei. Welche das bei Ihnen sind, zeigt ein Test.

Wie belastbar sind die Zahlen von Curion?

Curion hat 2.676 Konsumentinnen und Konsumenten befragt. Die Studie zeigt, was Käufer als Kaufgrund nennen. Welche von zwei konkreten Optionen sie wählen, zeigt ergänzend ein Verhaltenstest.

Wie teste ich ein Feature, bevor es entwickelt ist?

Jede Variante bekommt eine realitätsnahe Angebotsseite, die vergleichbare Gruppen im gewohnten Online-Umfeld sehen. Gemessen wird die Kaufabsicht je Variante, bevor ein Prototyp existiert.

Was ändert das Recht auf Reparatur für Hausgeräte-Hersteller?

Haltbarkeit wird vergleichbar: in Frankreich als Note auf Waschmaschinen, in der EU über Ersatzteilpflichten und die Richtlinie zum Recht auf Reparatur. Ein Haltbarkeitsversprechen lässt sich deshalb schon heute gegen ein KI-Versprechen testen.

Daniel Putsche

Über den Autor

Daniel Putsche

Gründer und CEO von Horizon. Arbeitet mit Produkt-, Pricing- und Insights-Teams daran, Entscheidungen auf gemessenes Kaufverhalten zu stützen.

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