



Neue Hausgeräte werben mit Intelligenz. Käuferinnen und Käufer nennen als Kaufgrund zuerst Langlebigkeit, Smart Features landen weit hinten. Was die Studien aus 2026 zeigen und wie Sie die Frage vor dem Tooling klären.

Kurz gesagt
Im vergangenen Jahr haben die Flaggschiffe der Branche mit KI geführt. Samsung hat 2025 die Bespoke-AI-Reihe gestartet und auf der KBIS 2026 erweitert. KitchenAid zeigte einen Backofen mit Kamera, der Speisen erkennt und die Garzeit anpasst. Xiaomi verkauft eine Klimaanlage mit KI-Energiesparmodus.
In einer im Juni 2026 veröffentlichten Umfrage hat Curion 2.676 Konsumentinnen und Konsumenten nach dem wichtigsten Grund für den Kauf eines Hausgeräts gefragt. Langfristige Zuverlässigkeit lag mit 46 % vorn, Preis-Leistung mit 26 % dahinter, Markenvertrauen bei 8 %. Smart Features kamen auf 2 %, so viel wie Design.

Zusammen sind es 72 % der Erstnennungen. McKinsey sieht dieselbe Richtung bei weißer Ware: Haltbarkeit, Effizienz und Bezahlbarkeit zählen mehr als fortgeschrittene oder vernetzte Funktionen.
J.D. Power zählt in den ersten Besitzjahren 63 Probleme je 100 nicht vernetzte Geräte und 87 je 100 vernetzte. Wer die vernetzten Funktionen nutzt, meldet 92. Nach einem Problem sinkt der Anteil, der sicher wieder dieselbe Marke kauft, von 52 % auf 32 %. Consumer Reports fand nur 3 von 21 Marken, die eine Dauer für Software-Updates ihrer smarten Geräte nennen.
Nur 11 % der Befragten sind ein oder zwei Marken treu. 35 % sind offen für einen Wechsel, wenn das Angebot besser ist. 7 % lassen sich nach eigener Aussage von der neuesten Innovation leiten. Laut McKinsey stieg der Anteil derer, die Geräte zehn Jahre oder länger nutzen, binnen eines Jahres von 35 % auf 39 %. Jede Kaufentscheidung wirkt also länger nach.
Das ist kein Argument gegen Innovation. NIQ nennt Energieeffizienz den wichtigsten Kaufgrund bei Großgeräten, und 74 % würden Geräte mit Gesundheitsfunktionen vorziehen. Ein Feature verdient seinen Platz, wenn es eine Aufgabe erfüllt, die Käufer erkennen.

Briefing · 8 Seiten · PDF, Englisch
Alle Studien, Zahlen und Quellen auf acht Seiten: Curion, J.D. Power, McKinsey, NIQ und Consumer Reports, dazu der regulatorische Zeitplan und drei Schritte für Feature-Entscheidungen vor dem Tooling.
Briefing herunterladenHaltbarkeit wird vergleichbar. Seit dem 8. April 2025 trägt jede in Frankreich verkaufte Waschmaschine einen Indice de durabilité, eine Note von eins bis zehn für Zuverlässigkeit und Reparierbarkeit. Die EU-Mitgliedstaaten wenden die Richtlinie zum Recht auf Reparatur seit dem 31. Juli 2026 an. Ersatzteile für Waschmaschinen müssen schon heute mindestens zehn Jahre verfügbar sein. Die EU arbeitet an Reparierbarkeitswerten für weitere Produktgruppen.
Bei 12 bis 24 Monaten Entwicklungszeit trifft ein Feature, das heute gewählt wird, auf einen Markt, in dem Haltbarkeit am Regal steht.
Umfragen wie die von Curion zeigen, was Käufer als Kaufgrund nennen. Sie sind der richtige Ausgangspunkt. Was sie nicht zeigen: welche von zwei konkreten Optionen Käufer wählen, wenn beide vor ihnen liegen. Das ist eine Frage des Testdesigns, und sie lässt sich klären, bevor es einen Prototyp gibt. Drei Prinzipien für den nächsten Hausgeräte-Test:
Nein. Features, die eine erkennbare Aufgabe erfüllen, etwa Energieeffizienz, tragen zum Kauf bei. Welche das bei Ihnen sind, zeigt ein Test.
Curion hat 2.676 Konsumentinnen und Konsumenten befragt. Die Studie zeigt, was Käufer als Kaufgrund nennen. Welche von zwei konkreten Optionen sie wählen, zeigt ergänzend ein Verhaltenstest.
Jede Variante bekommt eine realitätsnahe Angebotsseite, die vergleichbare Gruppen im gewohnten Online-Umfeld sehen. Gemessen wird die Kaufabsicht je Variante, bevor ein Prototyp existiert.
Haltbarkeit wird vergleichbar: in Frankreich als Note auf Waschmaschinen, in der EU über Ersatzteilpflichten und die Richtlinie zum Recht auf Reparatur. Ein Haltbarkeitsversprechen lässt sich deshalb schon heute gegen ein KI-Versprechen testen.
Über den Autor
Daniel Putsche
Gründer und CEO von Horizon. Arbeitet mit Produkt-, Pricing- und Insights-Teams daran, Entscheidungen auf gemessenes Kaufverhalten zu stützen.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign. Ohne Vorbereitung auf Ihrer Seite.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten