



Ein Painted-Door-Test ist ein Verhaltenstest, bei dem reale Menschen ein realistisch gestaltetes, noch nicht verfügbares Angebot sehen und ihre Kauf- oder Abschlussabsicht durch einen Klick zeigen, ohne dass etwas verkauft wird.
Der Name beschreibt das Bild einer aufgemalten Tür: Sie sieht echt aus, führt aber noch nirgendwohin. Wer sie öffnen will, zeigt damit, dass er hindurchgehen möchte.
Befragungen zeigen, was Menschen sagen. Für Investitionen in Produkt, Preis oder Tarif zählt aber, was sie tun, wenn Preis, Alternativen und eine konkrete Handlung ins Spiel kommen. Meta-Analysen zeigen, dass hypothetisch angegebene Zahlungsbereitschaft im Schnitt deutlich über der real gemessenen liegt. Die Richtung und Größe dieser Lücke ist im Einzelfall unbekannt, deshalb lässt sie sich ohne Beobachtung kaum korrigieren.
Ein Painted-Door-Test schließt diese Lücke, bevor Budget gebunden ist. Er liefert eine gemessene Kaufabsicht je Variante und damit eine belastbare Grundlage, um zwischen Konzepten, Preisen, Features oder Botschaften zu entscheiden.
Bei Horizon sehen Verbraucher eine Anzeige auf Google oder Meta und gelangen auf eine realistische Angebotsseite. Varianten unterscheiden sich jeweils nur in dem Merkmal, über das entschieden werden soll, alles andere bleibt identisch. Bis zu sechs Varianten laufen parallel, zufällig verteilt.
Der entscheidende Messpunkt ist der letzte verbindliche Klick vor der Auflösung, etwa auf 'In den Warenkorb' oder 'Tarif wählen'. Direkt danach erfahren die Besucher, dass es sich um einen Test handelt, und können sich optional informieren lassen. Personenbezogene Daten werden erst nach dieser Auflösung erhoben. Die E-Mail-Anmeldung ist ein zweites, schwächeres Signal. Von der Frage bis zur Datenauswertung vergehen rund vier Wochen.
Ein Versicherer möchte wissen, welche von zwei Positionierungen für einen Zahnzusatztarif stärker trägt: 'Volle Erstattung für Zahnersatz' oder 'Keine Wartezeit ab dem ersten Tag'. Beide Seiten sind bis auf Headline und Nutzenargument identisch, Preis und Leistungen gleich.
Ergebnis nach vier Wochen: 2,8 % gemessene Abschlussabsicht für 'Keine Wartezeit', 2,1 % für 'Volle Erstattung', mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 %, dass 'Keine Wartezeit' die bessere Variante ist. Das Team kennt damit nicht nur den Sieger, sondern auch den Abstand.
Für dasselbe Vorgehen sind in Unternehmen mehrere Begriffe im Umlauf. Gemeint ist fast immer das Gleiche: Man zeigt realen Menschen ein Angebot, das es noch nicht gibt, und misst, ob sie es wählen.
Painted-Door-Test, Pretotyping, Smoke Test, Fake-Door-Test und Proto-Selling meinen im Kern dasselbe Vorgehen. Nuancen gibt es im Einsatz: Ein Button in einer bestehenden App wird eher Fake-Door-Test genannt, eine eigenständige Landingpage eher Smoke Test. Horizon verwendet die Begriffe Pretotyping und Painted-Door-Test.
Ein A/B-Test optimiert ein live verfügbares Produkt und muss jede Variante liefern können. Ein Painted-Door-Test prüft vor dem Bau, außerhalb der eigenen Systeme. Ein Pre-Order-Test verlangt eine Anzahlung und verpflichtet zur Lieferung; im Painted-Door-Test fließt kein Geld.
Der Test misst eine eigenständige Online-Entscheidung von Konsumenten, die über Anzeigen erreichbar sind. Für B2B-Einkaufsgremien, Regalentscheidungen im direkten Wettbewerbsvergleich, Vergleichsportale oder sehr günstige Beiprodukte ist er nicht geeignet, ebenso wenig für Fragen nach Markenimage oder Zufriedenheit.
Er zeigt, welche Variante gewählt wird, nicht warum. Er misst die erste Entscheidung, nicht Wiederkauf oder Nutzung. Und ein Klick ist keine Zahlung: Die gemessene Kaufabsicht liegt näher am Verhalten als jede Befragung, ist aber kein Umsatz.
Schmidt & Bijmolt 2020: Meta-Analyse über 77 Studien und 115 Effektgrößen: Hypothetisch angegebene Zahlungsbereitschaft liegt im Schnitt 21 % über der real gemessenen. Accurately measuring willingness to pay for consumer goods: a meta-analysis of the hypothetical bias, Journal of the Academy of Marketing Science. Quelle
Webb & Sheeran 2006: 47 Experimente: Eine mittlere bis große Änderung der Absicht (d = 0,66) führt nur zu einer kleinen bis mittleren Änderung des Verhaltens (d = 0,36). Does changing behavioral intentions engender behavior change? A meta-analysis of the experimental evidence, Psychological Bulletin. Quelle
Chandon, Morwitz & Reinartz 2005: Bei befragten Kunden ist der Zusammenhang zwischen Absicht und Kauf 58 % stärker als bei nicht befragten: Das Befragen selbst bläht die scheinbare Validität auf. Journal of Marketing 69(2). Quelle
Ja, im Kern schon. Viele Unternehmen sagen Fake-Door-Test oder Smoke Test, in den USA auch Proto-Selling, und meinen dasselbe Vorgehen. Horizon verwendet die Begriffe Pretotyping und Painted-Door-Test.
Die Auflösung erfolgt direkt nach dem Klick, transparent und ohne dass Daten unter falscher Annahme erhoben werden. Es gibt keinen Vertrag, keine Zahlung und keine Weiterleitung auf ein anderes Angebot.
Bei Horizon bis zu sechs parallel. Jede Variante unterscheidet sich nur in dem Merkmal, über das Sie entscheiden wollen.
Nein. Tests können unter Ihrer Marke oder ohne sichtbaren Bezug zu Ihrem Unternehmen laufen. Was sinnvoller ist, hängt von der Frage ab.
Das bewertet Ihre Rechtsabteilung. Horizon beschreibt gerne, wie Auflösung, Datenerhebung und Seitenaufbau gestaltet sind.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten