



Ein Minimum Viable Product (MVP) ist die einfachste funktionsfähige Version eines neuen Produkts, mit der ein Team mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel über Kunden lernt, bevor es in den vollen Ausbau investiert.
Der Begriff wurde durch Eric Ries und die Lean-Startup-Bewegung bekannt. In großen Unternehmen wird er oft breiter verwendet, manchmal auch für Tests, bei denen noch gar kein Produkt existiert.
Ein MVP senkt das Risiko gegenüber einem vollständigen Launch, weil es früh zeigt, wie Menschen ein Produkt nutzen. Es bleibt aber ein Produkt: Es muss entwickelt, hergestellt oder betrieben werden. Bei Software ist das oft in Wochen machbar. Bei einem Hausgerät, einem Versicherungstarif oder einem Konsumgut mit Verpackung und Handelslistung ist schon die Minimalversion eine erhebliche Investition.
Deshalb lohnt ein Schritt davor: Pretotyping. Alberto Savoia beschreibt es als Reihe schneller, günstiger Experimente, die eine Idee mit realen Nutzern prüfen, bevor Zeit und Geld investiert werden. Die Logik: erst prüfen, ob Menschen das Angebot wollen, dann bauen. Das MVP beantwortet danach die Frage, wie das Produkt genutzt wird und was verbessert werden muss.
Für große Konsumunternehmen heißt das häufig: Nachfrage und Preis vorab im Painted-Door-Test klären, und nur für die Variante mit der höchsten gemessenen Kaufabsicht ein MVP oder eine Pilotserie aufsetzen. So fließt der Entwicklungsaufwand in die Ausprägung, die reale Menschen am häufigsten wählen, und das MVP kann sich auf Nutzung und Verbesserung konzentrieren.
Ein Hersteller plant ein smartes Bewässerungssystem für Balkonpflanzen. Statt sofort eine Kleinserie zu produzieren, prüft das Team zwei Ausprägungen im Painted-Door-Test: ein Basismodell zu 79 Euro und ein App-gesteuertes Modell zu 129 Euro. Pro Variante erreichen rund 2.500 Besucher die Angebotsseite. Das Basismodell erreicht 3,2 Prozent gemessene Kaufabsicht, das App-Modell 1,9 Prozent. Das MVP wird für das Basismodell gebaut, die App-Steuerung wird später als Zubehör geprüft.
Pretotyping und Painted-Door-Test prüfen die Nachfrage, bevor ein Produkt existiert, und verkaufen nichts. Ein MVP ist ein funktionierendes Minimalprodukt, das tatsächlich genutzt und oft auch bezahlt wird. Ein Prototyp dient vor allem der technischen Prüfung und ist meist nicht für Kunden bestimmt. Ein Pre-Order-Test nimmt Vorbestellungen mit Zahlung an und setzt eine Lieferzusage voraus.
Wenn ein MVP ohnehin schnell und günstig zu bauen ist, etwa bei einer einfachen digitalen Funktion, bringt ein vorgeschalteter Nachfragetest weniger Zusatznutzen. Ein Painted-Door-Test zeigt die Entscheidung für ein Angebot, nicht die Nutzung, die Zufriedenheit oder den Wiederkauf. Diese Fragen beantwortet erst ein Produkt in den Händen der Menschen.
Horizon setzt vor dem MVP an: mit einem Painted-Door-Test, der die Kauf- oder Abschlussabsicht realer Menschen misst, ohne dass ein Produkt existieren muss. Verkauft wird nichts.
Ries 2009: Definition: das MVP ist die Version eines neuen Produkts, mit der ein Team mit dem geringsten Aufwand das Maximum an validiertem Lernen über Kunden sammelt. Minimum Viable Product: a guide, Startup Lessons Learned. Quelle
Savoia 2019: Pretotyping als Reihe schneller, günstiger Experimente, die eine Idee mit realen Nutzern prüfen, bevor Zeit und Geld investiert werden. The Right It: Why So Many Ideas Fail and How to Make Sure Yours Succeed, HarperOne. Quelle
Die einfachste funktionsfähige Version eines neuen Produkts, mit der ein Team mit wenig Aufwand viel über Kunden lernt.
Pretotyping prüft die Nachfrage, bevor ein Produkt existiert. Das MVP ist bereits ein funktionierendes Minimalprodukt.
Nicht unbedingt. Oft klärt ein Nachfragetest vorab, ob sich der Bau überhaupt lohnt und welche Variante gebaut werden sollte.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten