



Ein Pre-Launch-Test ist jede Prüfung eines Angebots vor seiner Markteinführung, mit dem Ziel, Nachfrage, Preis, Positionierung oder Ausgestaltung zu klären, solange sich die Entscheidung noch mit geringem Aufwand ändern lässt.
Der Begriff ist bewusst breit. Er umfasst Befragungen, Konzepttests, Marktsimulationen und Verhaltenstests. Entscheidend ist, welche Art von Evidenz vor dem Launch vorliegt.
Nach dem Launch sind die meisten Kosten bereits entstanden: Entwicklung, Produktion, Listung, Kampagne, Schulung. Was sich dann noch optimieren lässt, sind Details. Die großen Hebel, also ob, für wen und zu welchem Preis, liegen vor dem Launch.
Ein Pre-Launch-Test bringt Evidenz an diesen Punkt. Je näher die Evidenz am tatsächlichen Verhalten liegt, desto weniger muss der Business Case auf Annahmen bauen. Befragte Kaufabsicht ist dafür ein schwächerer Anhaltspunkt, als es scheint: Das Befragen selbst kann den Zusammenhang zwischen Absicht und Kauf größer erscheinen lassen, als er ist.
Befragungsbasierte Pre-Launch-Tests messen Akzeptanz, Kaufbereitschaft auf einer Skala oder Präferenzen zwischen Merkmalen. Sie sind schnell und gut für die Auswahl aus vielen Ideen. Marktsimulationen rechnen aus Befragungsdaten und Annahmen einen erwarteten Absatz hoch. Regionale Markttests führen das Produkt real in einem begrenzten Gebiet ein; das ist aussagekräftig, aber teuer, langsam und für Wettbewerber sichtbar.
Verhaltenstests vor dem Launch, etwa Painted-Door-Tests, liegen dazwischen: Reale Menschen reagieren auf ein realistisches Angebot, ohne dass es existieren muss. Horizon setzt sie mit Google- und Meta-Anzeigen um, mit bis zu sechs Varianten und rund vier Wochen von der Frage bis zur Datenauswertung.
Erstens eine klare Entscheidungsfrage: Welche Entscheidung soll der Test tragen, und was passiert bei welchem Ergebnis? Zweitens Varianten, die sich nur in dem Merkmal unterscheiden, über das entschieden wird. Drittens ein Messpunkt, der möglichst nah an der späteren Entscheidung liegt. Viertens ein Vergleichsmaßstab, etwa ein bestehendes Angebot, damit ein Wert einordenbar wird. Und fünftens eine vorab festgelegte Stichprobe und Stopp-Regel, damit das Ergebnis nicht vom Zeitpunkt des Hinsehens abhängt.
Diese Kriterien gelten für jede Form, ob Befragung oder Verhaltenstest. Sie entscheiden darüber, ob ein Ergebnis im Steuerungskreis besteht.
Ein Konsumgüterhersteller hat drei Konzepte für ein nachfüllbares Duschgel im Konzepttest bewertet, zwei liegen gleichauf. Vor der Entscheidung für die Produktion laufen beide Konzepte in einem Painted-Door-Test mit identischem Preis.
Ergebnis: Konzept A erreicht 4,2 % gemessene Kaufabsicht, Konzept B 2,9 %. Im Konzepttest lagen beide gleichauf. Die Entscheidung für A beruht nun auf beobachtetem Verhalten.
Pre-Launch-Test ist der Sammelbegriff, Painted-Door-Test eine Form davon. Post-Launch-Optimierung, etwa über A/B-Tests, setzt ein verfügbares Produkt voraus und beantwortet die Frage 'wie', nicht 'ob'. Ein Soft Launch ist bereits eine reale Einführung mit Verkauf, nur in kleinerem Rahmen.
Kein Pre-Launch-Test bildet alle Faktoren des späteren Markts ab: Distribution, Wettbewerbsreaktion, Mundpropaganda und Wiederkauf entstehen erst nach dem Launch. Befragungsbasierte Formen unterliegen zusätzlich hypothetischer Verzerrung. Verhaltenstests messen die erste Entscheidung im Online-Umfeld und passen nicht, wenn die Kaufentscheidung im Handel am Regal, im B2B-Gremium oder auf Vergleichsportalen fällt.
Chandon, Morwitz & Reinartz 2005: Bei befragten Kunden ist der Zusammenhang zwischen Absicht und Kauf 58 % stärker als bei nicht befragten: Das Befragen selbst bläht die scheinbare Validität auf. Journal of Marketing 69(2). Quelle
Morwitz, Steckel & Gupta 2007: Meta-Analyse: Angegebene Kaufabsicht hängt bei neuen Produkten schwächer mit dem späteren Absatz zusammen als bei bestehenden Produkten. International Journal of Forecasting 23(3). Quelle
Das hängt vom Stadium ab. Viele Ideen grenzt man mit Befragungen ein, die wenigen finalen Varianten prüft man im Verhalten.
Nein. Er ergänzt ihn für die Varianten, in die tatsächlich investiert werden soll.
Die Seiten sind öffentlich, werden aber gezielt an die Zielgruppe ausgespielt und können ohne sichtbaren Bezug zu Ihrem Unternehmen laufen.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten