



MaxDiff, auch Best-Worst-Scaling genannt, ist ein Befragungsverfahren, bei dem Befragte aus wechselnden Sets von Merkmalen oder Aussagen jeweils das wichtigste und das unwichtigste wählen, um eine belastbare Rangfolge zu erhalten.
MaxDiff ersetzt klassische Wichtigkeitsskalen, auf denen Befragte gern alles als wichtig einstufen. Durch den erzwungenen Vergleich entsteht eine klare Reihenfolge.
Wer ein Angebot entwickelt, hat oft mehr mögliche Features, Nutzenargumente oder Claims, als auf eine Seite passen. MaxDiff zeigt, was Menschen im Vergleich am wichtigsten ist. Das hilft, eine lange Liste auf wenige Kandidaten zu reduzieren, etwa für eine Produktseite, ein Tarifpaket oder eine Kampagne.
MaxDiff zeigt aber, was wichtig ist, nicht was es kosten darf und nicht, ob ein Angebot gewählt wird. Ein Merkmal kann auf Platz eins liegen und trotzdem keinen Aufpreis rechtfertigen.
Befragte sehen mehrere Runden mit je vier bis fünf Elementen aus einer längeren Liste. In jeder Runde wählen sie das wichtigste und das unwichtigste. Aus den Wahlentscheidungen berechnet ein statistisches Modell für jedes Element einen Wert, der sich als Anteil oder Index darstellen lässt. Das Standardwerk zur Methode beschreibt Theorie, Versuchsplanung und Auswertung ausführlich.
Varianten wie Anchored MaxDiff ergänzen eine Frage, ob die Elemente überhaupt relevant sind, damit nicht nur relative, sondern auch absolute Aussagen möglich werden.
Ein Hersteller hat zwölf mögliche Features für eine Akku-Küchenmaschine. MaxDiff ergibt als Spitze: integrierte Waage (Index 182), Kochfunktion bis 120 Grad (Index 164), App-Rezepte (Index 71).
Ob die Kochfunktion einen Aufpreis von 80 Euro trägt, beantwortet MaxDiff nicht. Dafür laufen zwei Varianten in einem Painted-Door-Test: mit Kochfunktion für 399 Euro, ohne für 319 Euro. Die gemessene Kaufabsicht zeigt, ob das wichtigste Feature auch zahlungsrelevant ist.
MaxDiff lohnt sich, wenn eine lange Liste auf wenige Kandidaten schrumpfen muss: zehn bis dreißig Features, Nutzenargumente, Claims oder Namensideen. Die Methode ist robust gegenüber unterschiedlichen Antwortstilen, weil sie keine Skala nutzt, und sie liefert Ergebnisse, die sich gut zwischen Segmenten vergleichen lassen.
Weniger geeignet ist sie, wenn Elemente voneinander abhängen, wenn der Preis Teil der Frage ist oder wenn es um die Entscheidung zwischen wenigen fertigen Angeboten geht. Dort folgt sinnvollerweise ein Conjoint oder ein Verhaltenstest.
Die Conjoint-Analyse kombiniert Merkmale mit Preisen zu Angeboten und berechnet so auch Preisbereitschaft; MaxDiff ordnet einzelne Elemente ohne Preis. Klassische Wichtigkeitsskalen fragen jedes Element einzeln ab und differenzieren schlechter. Ein Painted-Door-Test misst nicht Wichtigkeit, sondern ob ein konkretes Angebot mit Preis gewählt wird.
MaxDiff ist eine Befragung: Die Rangfolge beschreibt angegebene, nicht beobachtete Präferenz. Die Werte sind relativ zur getesteten Liste; fehlt ein wichtiges Element, fällt das nicht auf. Und die Methode sagt nichts über Zahlungsbereitschaft. Für Feature- und Preisentscheidungen ist sie deshalb ein guter erster Filter, aber nicht der letzte Schritt.
Louviere, Flynn & Marley 2015: Standardwerk zu Best-Worst-Scaling (MaxDiff): Theorie, Versuchsplanung und Auswertung von Wahlaufgaben, in denen jeweils das wichtigste und das unwichtigste Element gewählt wird. Best-Worst Scaling: Theory, Methods and Applications, Cambridge University Press. Quelle
Ja, beide Begriffe beschreiben dasselbe Verfahren. MaxDiff ist die in der Praxis verbreitete Bezeichnung.
Nicht direkt. Dafür eignen sich Conjoint-Analyse, Preisbefragungen oder ein Preistest im Verhalten.
MaxDiff grenzt ein, welche Features oder Claims relevant sind. Der Painted-Door-Test prüft die wenigen Kandidaten mit Preis im realen Online-Umfeld.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten