



Synthetische Konsumenten sind von Sprachmodellen simulierte Verbraucherinnen und Verbraucher, die auf Fragen zu Produkten, Preisen oder Marken so antworten sollen, wie es reale Menschen einer bestimmten Zielgruppe in einer Befragung tun würden.
Der Begriff ist ein Synonym für synthetische Befragte im Konsumkontext. Ausführlich behandeln wir das Thema im Überblick zur synthetischen Forschung.
Synthetische Konsumenten machen die Exploration schneller: Hypothesen, Segmente, eine erste Vorauswahl. Ob Menschen ein neues Angebot wählen, zeigt ihr Verhalten. Deshalb kommen die finalen Varianten vor der Investition in einen Verhaltenstest mit realen Menschen.
Im Konsumgüter-, Handels- und Finanzumfeld hat sich der Begriff eingebürgert, weil er näher an der Praxis klingt als synthetische Befragte. Gemeint sind simulierte Personen, denen ein Modell Merkmale wie Alter, Einkommen, Haushaltsgröße oder Markenbindung mitgibt. Sie beantworten Fragebögen, reagieren auf Konzepte oder diskutieren in simulierten Gruppen.
Für Ihre Entscheidung zählt, welche Frage Sie ihnen stellen. Welche Einwände sind denkbar, welche Formulierung ist verständlich, welche Segmente lohnen einen genaueren Blick: Dafür sind synthetische Konsumenten schnell und günstig. Für die Frage, welches Angebot Budget bekommt, liefern sie Hinweise, aber keine Evidenz über Verhalten.
Ein Hausgerätehersteller lässt 500 synthetische Konsumenten drei Positionierungen einer Akku-Küchenmaschine bewerten. Positionierung B erreicht 64 % Zustimmung, A und C liegen darunter. Das hilft, die Botschaften zu schärfen. Welche Positionierung Menschen zur Kaufabsicht bewegt, zeigt erst ein Test mit realen Menschen.
Synthetische Befragte, KI-Personas und synthetische Konsumenten meinen im Kern dasselbe. Silicon Sampling bezeichnet das zugrunde liegende Verfahren. Ein digitaler Zwilling bildet meist eine konkrete Kundenbasis mit eigenen Daten nach.
Auch Studien, die synthetischen Befragten eine hohe Übereinstimmung bescheinigen, messen sie an Befragungen, nicht an Verhalten. Hinzu kommen eine geringere Streuung der Antworten und eine Neigung zu bekannten Marken. Alle Details, Studien und Einordnungen finden Sie im Hub zur synthetischen Forschung.
Horizon setzt an dieser Stelle an: mit realen Menschen im gewohnten Online-Umfeld, ohne Panel und ohne Incentive. Verkauft wird nichts, gemessen wird die Kaufabsicht.
NIM 2024/2025: Synthetische Befragte auf GPT-4-Basis weichen bei 75 % (Softdrinks) bzw. 80 % (Sportbekleidung) der Fragen deutlich von 500 realen Befragten ab, überschätzen bekannte Marken, unterschätzen weniger bekannte und antworten positiver und mit weniger Streuung. Synthetische Befragte, Forschungsvorhaben des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. Quelle
Inhaltlich keiner. Synthetische Konsumenten betont den Einsatz für Produkt-, Preis- und Markenfragen.
Im Überblick zur synthetischen Forschung, mit Studien, Methoden und Grenzen.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten