



KI-Personas sind von einem Sprachmodell dargestellte Figuren, die ein Kundensegment mit Bedürfnissen, Einwänden und Sprache verkörpern und mit denen Teams im Dialog Ideen, Botschaften und Konzepte durchspielen können.
Personas gibt es im Marketing seit Langem als Steckbriefe. Mit Sprachmodellen werden sie zu Gesprächspartnern, die auf Fragen antworten und auf Entwürfe reagieren.
KI-Personas sind stark für Segmente und Einwände. Sie helfen, eine Zielgruppe greifbar zu machen, Argumente aus Kundensicht zu formulieren, Botschaften zuzuspitzen und Fragen für Interviews vorzubereiten. Ein Team, das vor einem Workshop mit drei Personas spricht, kommt mit besseren Hypothesen hinein.
Eine Persona liefert Sprache, keine Kaufabsicht. Sie bildet Sprachmuster ab, keine Abwägungen: Sie hat kein Budget, keine Alternative im Nebentab und nichts zu verlieren. Ob Menschen ein neues Angebot wählen, zeigt ihr Verhalten. Deshalb kommen die finalen Varianten vor der Investition in einen Verhaltenstest mit realen Menschen.
Personas sind am wertvollsten, wenn sie auf vorhandenem Wissen aufbauen: Interviews, Befragungen, Kundenservice-Themen. Dann verdichten sie dieses Wissen zu einer Figur, der man neue Fragen stellen kann. Hilfreich ist es, Personas gezielt zum Widerspruch aufzufordern, statt sie um Zustimmung zu bitten, und mehrere Personas gegeneinander antworten zu lassen.
Die Ergebnisse gehören in die Hypothesenliste, nicht in die Entscheidungsvorlage. Aus Einwänden werden Varianten, aus Varianten wird ein Testdesign, und der Test mit realen Menschen zeigt, welche Variante gewählt wird.
Ein Reiseanbieter entwickelt ein Jahresabo für Mietwagen mit festen Kontingenten. Das Team spricht mit drei KI-Personas und sammelt 15 Einwände, von der Kündigungsfrist bis zu Sperrzeiten in den Ferien. Daraus entstehen drei Angebotsvarianten mit unterschiedlichen Konditionen. Im Verhaltenstest mit realen Menschen zeigt sich, dass die Variante mit den einfachsten Konditionen die höchste gemessene Abschlussabsicht erreicht, obwohl die Personas die flexibelste Variante bevorzugt hatten.
Synthetische Befragte beantworten Fragebögen in großer Zahl und liefern Verteilungen; KI-Personas führen Gespräche und liefern Argumente. Ein digitaler Zwilling baut auf echten Daten einer Zielgruppe auf, eine Persona oft nur auf einer Beschreibung. Klassische Personas aus der qualitativen Forschung beruhen auf Interviews mit realen Menschen.
Personas neigen dazu, freundlich und schlüssig zu antworten, und bestätigen leicht, was man ihnen vorlegt. Studien zu synthetischen Antworten zeigen zudem, dass sie positiver und einheitlicher ausfallen als die realer Menschen (Kaiser & Manewitsch 2024) und mit wachsender kultureller Distanz zu den USA weniger übereinstimmen (Atari et al. 2023). Eine Persona kann Häufigkeiten nicht belastbar abbilden. Der Verhaltenstest erklärt dagegen nur teilweise, warum eine Variante gewinnt; dafür sind Gespräche mit Menschen oder Personas nützlich.
Kaiser & Manewitsch (NIM) 2024: Im Vergleich mit menschlichen Befragten weichen KI-Antworten bei 75 % (Softdrinks) und 80 % (Sportbekleidung) der Fragen ab. Bekannte Marken werden überschätzt, weniger bekannte unterschätzt, Antworten fallen positiver und einheitlicher aus. Synthetische Befragte, Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. Quelle
Atari et al. 2023: Die Ähnlichkeit zwischen Modellantworten und menschlichen Antworten sinkt mit der kulturellen Distanz eines Landes zu den USA (r = -0,70). Maßstab sind internationale Wertebefragungen. Which Humans?, PsyArXiv Preprint. Quelle
Für das Verstehen von Segmenten, das Sammeln von Einwänden, das Schärfen von Botschaften und die Vorbereitung von Interviews und Tests.
Sie können Interviews vorbereiten und Hypothesen liefern. Was reale Menschen denken und tun, zeigen Gespräche mit ihnen und ihr Verhalten.
Personas helfen, die Varianten zu entwickeln; der Verhaltenstest zeigt, welche davon reale Menschen wählen.
Bringen Sie Ihre Entscheidungsfrage mit, wir skizzieren ein mögliches Testdesign.
Sie sprechen mit Daniel Putsche
Gründer & CEO, 30 Minuten